Archiv für Juni 2016

Ein Leben nach dem „Sonderkommando“ von Auschwitz-Birkenau

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Ein Gespräch mit Marika Venezia, der Ehefrau des Überlebenden Shlomo Venezia

01.07.2016 | 18.00Uhr | Murnau-Saal, VHS Bielefeld, Ravensberger Park 1

Die Generation der Überlebenden, die in direkter Begegnung ihre Erfahrungen, ihr Leiden, von der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung berichten können, stirbt. Damit stellt sich die Frage, wie Erinnerung an die NS-Verbrechen in Zukunft aussehen kann. Eine Reaktion ist das verstärkte Einbeziehen der zweiten und dritten Generation in den Austausch und die Erinnerung. Der Blick wird geöffnet für die familiären Erzählungen und Traumata, die die nachfolgenden Generationen weiterhin prägen.

Marika Venezia hat 56 Jahre an der Seite ihres Mannes Shlomo Venezia verbracht und sein Schicksal und Trauma geteilt. Er wurde im April 1944 von Griechenland nach Auschwitz deportiert und gezwungen in dem sogenannten „Sonderkommando“ bei der Leichenverbrennung und „-verwertung“ zu arbeiten. Er überlebte Auschwitz-Birkenau als einer der wenigen Zeugen, die von der Arbeit im „Sonderkommando“ berichten konnten.

„Alles bringt mich zurück ins Lager. Was ich auch tue, was ich auch sehe, mein Geist kehrt immer wieder an diesen Ort zurück. Es ist, als hätte die ‚Arbeit‘, die ich dort tun musste, meinen Kopf nie verlassen. (…) Man kommt nie mehr wirklich aus dem Krematorium heraus.“

Shlomo Venezia starb am 1. Oktober 2012 im Alter von 88 Jahren.

In einem Gespräch wird Marika Venezia von der Traumatisierung ihres Mannes und den Auswirkungen auf ihre Beziehung und die Familien berichten.

Moderation: Roland Vossebrecker

Eine Veranstaltung der Antifa AG der Uni Bielefeld und der ag freie bildung in Kooperation mit dem Bildungswerk Stanislaw Hantz e.V. und der Volkshochschule Bielefeld.