Emanzipatorische Politik an der Uni Bielefeld – Einladung zur Antifa-AG

Oktober 09
Liebe Erstsemester_innen, liebe Kommiliton_innen,

die Antifa-AG lädt herzlich dazu ein, mal im Antifa-Café in C1-166 auf der AStA-Galerie vorbeizuschauen! Dort könnt Ihr einen Kaffee trinken, in unseren abonnierten Zeitschriften blättern, quatschen/diskutieren oder auch ein Buch aus unserer kleinen aber feinen Bibliothek ausleihen.

Wer sind wir und was machen wir?

Die Antifa-AG besteht seit 1997 als unabhängige Gruppe in der Struktur der studentischen Selbstverwaltung an der Uni Bielefeld. In der AG kann sich im Gegensatz zum AStA jede_r ohne Amt und Mandat beteiligen.
Die Antifa-AG befasst sich inhaltlich mit verschiedenen Themen. Grob zusammengefasst arbeiten wir zu Kapitalismuskritik, Antirassismus, Feminismus, Antinationalismus und bemühen uns um kritische Solidarität mit der globalisierungskritischen „Bewegung der Bewegungen“ sowie mit emanzipatorischen Bewegungen in anderen Teilen der Welt im Sinne eines neuen Internationalismus. Auch möchten wir beitragen zur Bekämpfung des Antisemitismus, zur Kritik der deutschen NS- und Kolonialvergangenheitspolitiken, zum Antimilitarismus und machen konkrete Anti-Nazi- und Anti-Burschenschafts-Arbeit. Auch hochschul- und bildungspolitische Themen spielen eine Rolle wie z.B. der Kampf für Erhalt und Ausbau der studentischen Selbstverwaltung an der Uni.
Den größten Schwerpunkt stellt dabei unsere Bildungsarbeit in Form von Abendveranstaltungen inner- und außerhalb der Uni, Tages- und Wochenendseminaren, sowie Exkursionen zu Kongressen und Tagungen dar. Daneben versuchen wir mit unserem offenen Plenum, dem Café und auch mindestens einmal im Semester der Saft-Lounge mit Büchertisch in der großen Halle in der Uni Präsenz zu zeigen. Ansonsten nutzen wir öffentliche Aktionen für die Vermittlung unserer Politik, indem wir Demonstrationen und Kundgebungen unterstützen und selbst organisieren. Schließlich runden gruppeninterne inhaltlich-theoretische Beschäftigung mit verschiedenen Themen sowie Bündnisarbeit mit lokalen und überregionalen Gruppen unsere Tätigkeiten ab.
Die Antifa-AG ist Mitgliedsgruppe in der Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) und interessiert sich in der letzten Zeit für die überregionalen linken Bündnisse „…um’s Ganze!“ sowie „Interventionistische Linke“. Regional und lokal sind wir vor allem mit linken Gruppen an der Uni Bielefeld, sowie mit selbstverwalteten Zentren, Antifa-Gruppen und antirassistischen Initiativen in Bielefeld und OWL verbunden.

Warum Antifa an der Uni?

Die Uni ist der soziale Raum, in dem wir uns bewegen. Wir wollen dort aktiv sein wo wir sind. Die Uni stellt sich als ein Raum dar, in dem gesellschaftliche Verhältnisse sich ausdrücken. Zunächst handelt es sich um einen Raum von Privilegierten in welchem und um welchen herum zahlreiche Ausschlussmechanismen greifen. Wer kommt überhaupt rein in die Uni? Wer kommt nach oben? Wie ist was mit welchen politischen bzw. wissenschaftlichen Inhalten verwoben?
In den letzten Jahren wird die ökonomisch begründete Verwertungslogik in Forschung und Lehre kompromisslos durchgesetzt. Dies führte zur De-facto-Abschaffung der teil-demokratischen universitären Selbstverwaltungsgremien durch die Einführung des neoliberal-autoritären Hochschulrates und der damit verbundenen Stärkung der Machtposition des Rektorats. Befördert werden damit die Standortkonkurrenz der Hochschulen und die Durchsetzung der antiemanzipatorischen „Eliten-“ bzw. „Exzellenzförderung“. Die dahinter liegenden politischen Programme treten dabei meistens – ähnlich wie z.B. auch in der Sozial- und Gesundheitspolitik – im interessenneutralen Sachzwanggewand in Erscheinung. Selbstverständlich dienen die Hochschulreformen als Teil der neoliberalen Umstrukturierung des zuvor wohlfahrtsstaatlich ausgerichteten Kapitalismus aber letztlich der gesellschaftlichen Umverteilung von unten nach oben. – Was die alten schlechten Verhältnisse allerdings in keiner Weise beschönigen soll!
Parallelen zwischen dem Mikrokosmos Uni (Bielefeld) und der Gesellschaft im Ganzen offenbaren sich z.B. aber auch in der Form der Umorganisierung des öffentlichen Raumes. Kontroll- und Sicherheitswahn sowie Ausschluss Unerwünschter zeigen sich in der Bielefelder Unihalle genauso wie in den Innenstädten.
Zu beachten und zu kritisieren ist darüber hinaus, dass z.B. Professuren noch immer nur zu einem Bruchteil von Frauen besetzt sind, das wissenschaftliche Personal zu 99 % weiß und deutsch ist, während die Toiletten fast nur von Migrant_innen gesäubert werden.
Wir wenden uns gegen diese Zustände und treten ein für eine offene Uni jenseits von Zwängen und Herrschaftsverhältnissen!
Nicht vergessen werden sollten natürlich auch die Neonazis, die z.B. über die Burschenschaft Normannia-Niebelungen, mit Sitz in der Schlosshofstraße, im Uni-Umfeld aktiv sind. All das macht antifaschistische und emanzipatorische Politik an der Uni im Rahmen radikaler Gesellschaftskritik dringend nötig!
Aber wir beschränken unser Aktionsfeld nicht auf die Uni, sondern versuchen auch in der Stadt und darüber hinaus aktiv zu werden.

Für eine starke radikale Linke innerhalb autonomer Strukturen an der Uni!

(Hochschul-) Politik jenseits von (Studierenden-)Parlamentarismus und Partei-Hochschulgruppen …

– Join the Antifa-AG!