Archiv für Juli 2008

21.07.2008: open-radio.nl Internationales Internetradio

open-radio.nl Internationales Internetradio
Vortrag und Diskussion zum unkommerzi-
ellen, internationalen Internetradio
zum Mitmachen
Open-Radio.nl ist ein in den Niederlanden neuent-
standenes Internetradio, bei dem jede und jeder
eigene Beiträge beisteuern kann und das 24 std
streamt. Es versteht sich als nicht-kommerzielle
Plattform für unabhängige Berichterstattung, GEMA-
freie Musik und Audiokunst und basiert auf open-
source Software. Seit April ist es international
und somit auch z.B. für deutschsprachige Beiträge
offen. Was an dem Projekt so besonders ist, mehr
über die Hintergründe, die Zielsetzungen und Mög-
lichkeiten der Seite wird Kika Kern, Gründungs-
mitglied von open-radio.nl darlegen. Auch auf die
Benutzung der Website wird eingegangen werden.

Montag, 21. Juli, 19:30h
Bürgerwache Siegfriedsplatz

07.07.2008: „Der ganze Südosten ist unser Hinterland“. Deutsche Südosteuropapläne von 1840 bis 1945»

07.07.2008
Vortrag mit Klaus Thörner
Uni Bielefeld

„Der ganze Südosten ist unser Hinterland“. Deutsche Südosteuropapläne von 1840 bis 1945»
Der Referent analysiert die deutschen Südosteuropakonzepte und deren ideologischen Legitimationsmuster vom Kaiserreich über die Weimarer …

Der Referent analysiert die deutschen Südosteuropakonzepte und deren ideologischen Legitimationsmuster vom Kaiserreich über die Weimarer Republik bis in den Nationalsozialismus und fragt nach Kontinuitäten in den Zielsetzungen und den Argumentationsmustern.

Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass Jugoslawien, Rumänien und Bulgarien seit den Anfängen deutscher Nationalökonomie (1840) bis zu den nationalsozialistischen Großraumplänen als wesentliche deutsche Expansionsfelder betrachtet wurden. Angestrebt wurde, die Staaten Südosteuropas in ein beständiges Abhängigkeitsverhältnis gegenüber Deutschland zu versetzen. Ihnen wurde die Funktion zugeschrieben, Rohstoffe, Nahrungsmittel und – je nach Bedarf – billige Arbeitskräfte zu liefern und gleichzeitig als nahezu monopolartig beherrschter Absatzmarkt für deutsche Industrieprodukte zu fungieren. Die südosteuropäischen Länder erhielten in den damaligen Konzepten den Status informeller Kolonien, in denen die deutsche Wirtschaft Kontrolle über Rohstoffe, Ernten, Verkehrswege u. a. gewinnen und die Produktionsstruktur bestimmen sollte.

Der deutsche Hegemonialanspruch wurde in zahlreichen Publikationen über Jahrzehnte hinweg damit begründet, daß die Bevölkerung Südosteuropas “orientalisch”, “barbarisch”, “rückständig” und nicht zu eigener Staatenbildung und -organisation fähig sei. Allein Deutschland habe die Mission, diese Länder zu zivilisieren und zu entwickeln.

Klaus Thörner ist Autor des Buches «“Der ganze Südosten ist unser Hinterland“. Deutsche Südosteuropapläne von 1840 bis 1945»